Er heißt Vinyasa und wir werden heiraten

Dein Yogading Blog // Er heißt Vinyasa und wir werden heiraten

Hallo meine Lieben! Wie ihr ja vielleicht mitbekommen habt, hatte ich von 26.10. – 01.11.2015 das große Glück, Teil einer wunderbaren Gruppe von Yogis zu sein, das Glück einzutauchen in den Vinyasa-Unterrichtsstil von Jang-Ho Kim, Beate Tschirch und  Nicki Vellick und mich Hals über Kopf zu verlieben in dieses geschmeidige Fließen von Atemzug zu Atemzug, von Asana zu Asana. Ich entfloh für diese Woche komplett meinem Alltag zu Hause und durfte Teilnehmer und Beobachter des Vinyasa Blocks beim NowYoga. Today 200h Teacher-Training sein, mit allen Sinnen spüren, meinen Körper bewegen, wahrnehmen, die Atmung kommen und gehen lassen, erfahren, erleben und erlernen.

Was natürlich zum Zauber in dieser Woche immens beitrug war die ganze Gruppe. „Leute, ihr seid alle super coole Menschen und es ist mir wirklich eine Freude, euch kennengelernt zu haben. Es hat riesen Spaß gemacht, mit euch zu schwitzen, zu atmen, Stunden zusammen zu stellen, zu philosophieren und ,das Beste zum Schluss, zu Essen.“ Oh ja, wir haben gegessen, ziemlich lecker und viel sogar. Was soll ich sagen? Um diese Gerüchte über Yogis mal aufzulösen… Ja Yogis essen auch, und das mit Leidenschaft!

Was noch ziemlich cool ist, ich hatte das große Vergnügen Ju von JuYogi kennenzulernen, die ebenfalls zu dieser tollen Gruppe gehört und in Zukunft im Yogalife unterrichtet. Wenn ihr gerne noch mehr über Yogalifestyle und leckeres Essen lest, seid ihr auch bei ihr gut aufgehoben. Sie schreibt, wie sie spricht, wie sie ist, frisch von der Leber weg.

Heute möchte ich meine Eindrücke mit dir teilen und dir vielleicht auch Lust auf eine Yoga-Ausbildung machen. Egal, ob du je unterrichten oder dir einfach mal intensive Zeit mit dir selbst schenken möchtest, es lohnt sich in jedem Fall. Und wenn du Yoga liebst, ihn schon als Teil deines Lebens bezeichnest, wirst du vielleicht, so is es mir ergangen, mit diesem vinyas’schen Fließen noch tiefer abtauchen können, um dann voller Strahlen und Freude wieder nach oben empor, über dich hinaus zu wachsen.

Eine Woche lang nur Yoga – Der rote Faden in mein Herz

Die Ausbildung selbst gliedert sich in vier Blöcke zu je einer Woche. Da ich ja schon ein Teacher – Training erfolgreich absolviert habe, bot mir die liebe Nicki Vellick an, auch einzelne Blöcke zu buchen und ich entschied mich vorerst für den Vinyasa-Teil.

Es war eine gute und wohlüberlegte Mischung aus Praxis und Theorie. Die Vormittage gestalteten sich aus meist 2 Stunden Praxis und ein wenig Theorie, nach dem Essen ging es auf Grund der vollen Bäuche glücklicherweise weiter mit Theorie und gegen Abend hin gabs wieder eine gute Portion Praxis.

Es war manchmal wie Magie. Es wurde mir wieder glasklar, dass Yoga ein Prozess ist, der nie zu Ende geht. Was für ein Glück. Es gibt immer Neues zu erfahren, es geht darum, zu verinnerlichen, um dann wieder nach außen zu tragen, zu reflektieren, zu transformieren, um Veränderung deines Körpers und deiner Gedanken.

Vinyasa Krama, Vinyasa Flow

Vi: auf bestimmte Art
Nyasa: setzen, stellen, legen
Krama: nach einer klaren Ordnung Schritt für Schritt voran schreiten
Vinyasa Flow: Bewegung im Fluß

Ashtanga (Yogastil) ist die Mutter von Vinyasa, wobei Krishnamacharya als erstes das Konzept von Vinyasa Krama beschreibt – du bleibst für 5 Atemzüge in einer Asana (Körperhaltung), dann folgt die nächste usw. Mittlerweile haben sich daraus viele unterschiedliche Stile entwickelt und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, was das schöne daran ist. Das Kernprinzip ist jedoch allen Varianten gemein – einatmen, ausatmen, wiederholen – jeder Atemzug eine Bewegung.

Egal welchen Schwerpunkt eine Yogaeinheit hat – es können Herzensthemen, Chakren (Energiezentren im Körper) sein, oder vielleicht eine Asanafamilie, die zu einer Peakpose (Zielposition) am Ende der Stunde führen soll – es geht darum, die Asanas sinnvoll aneinander zu reihen und diese Bewegungen im Einklang mit der Atmung ineinander fließen zu lassen. Jeder Yogi kennt sie, die guten, alten Sonnengrüße – auch das wäre bereits ein Beispiel für Vinyasa. Einer Einatmung folgt immer eine Ausatmung. So erweist es sich sinnvoll, die Bewegungen der Atmung anzupassen. Das Prinzip von Vinyasa beruht also auf unserem Atemfluß, beruht darauf, mit der Einatmung zu expandieren, mit der Ausatmung zu kontraktieren.

Flow and your Inside will grow

Das Einatmen nährt mich, hilft mir, mich zu öffnen und zu wachsen, das Ausatmen hilft mir loszulassen, leicht zu werden, zu verkleinern. Dank unserer drei Yogalehrer, die den ganzen Stoff übrigens super verständlich und sehr authentisch mit uns teilten, gab es für uns Tag für Tag ganz viele Möglichkeiten, Vinyasa zu spüren. Es gab tolle Musik, viele Herzensthemen wie z.B. Mut und Vertrauen, Liebe und Mitgefühl, es gab persönliche Flows von Jang-Ho, Beate und Nicki zu bestimmten Songs – ein großes Dankeschön dafür, es gab spezifische Schwerpunkte wie Yoga in der Schwangerschaft, Yoga für einen gesunden Rücken, es wurde uns beigebracht,  Stunden sinnvoll zu gestalten wenn es um Inhalte wie Rückbeugen, Hüftöffner, Core usw , gehen soll und es gab viele Geschichten mit anschließenden philosophischen Exkursen zu yogischen aber auch äußerst menschlichen Themen. Für mich war es wie Urlaub im Kopf, Zeit für meine Leidenschaft, Inspiration, Lachen, Freude und Spaß, Authentizität.

Vinyasa ist für mich Meditation in Bewegung, ein Abtauchen in mich Selbst.  Durch das Abgleichen von Atemgeschwindigkeit und Asana verschmelzen Atem, Körper und Geist.  Ich spüre Einklang, Zufriedenheit mit und in diesem Moment. Es ist wie unbeobachtet Tanzen, wie Singen unter der Dusche, wie eine Umarmung meiner selbst durch mich selbst, eine Liebeserklärung an meinen Körper, meine Atmung, meinen Geist. Wenn du dich selbst nicht liebst, wer dann?

Alles in Allem war es eine sehr gelungene, lehrreiche Yogawoche, basierend auf großem Wissen, geprägt von Offenheit seitens aller Beteiligten, Herzenswärme und der Liebe und Lust zu Entwicklung und Yoga. Es hat mir sogar so gut gefallen, dass ich noch bei einem weiteren Block dabei sein werde, und ich kanns kaum erwarten, alle wieder zu sehen! Danke für die schöne Zeit, den Flow meiner Eindrücke von der Ausbildung in meine eigenen Stunden. Es hätte nur halb so viel Wert, könnte ich diese Dinge nicht nach draußen tragen und mit allen teilen, die sich dafür interessieren. Denn ein Vinyasa Flow, den ich selbst kreiere für eine meiner Yoga – Stunden, zu einem meiner Lieblingssongs gewährt meinen Mityogis einen kleinen Einblick in mein Innerstes, erzählt einen Teil meiner Geschichte, beinhaltet ebenfalls ein Öffnen und Loslassen – das ist Authentizität, wie ich sie liebe, das ist Vinyasa des Lebens.

Shine bright, Simone

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